Warum Gruppentherapie?

Wirkfaktoren und Vorteile der Gruppentherapie

 

Wenn du etwas willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast. (Peseschkian)

 

Die Gruppentherapie ermöglicht Wirkfaktoren die weit über die Einzeltherapie hinausgehen.

 

Dies liegt zum einen daran, dass in der Gruppe im Unterschied zur Einzeltherapie symmetrische Beziehungen bestehen bzw. aufgebaut werden. Wir Menschen sind bindungsbedürftige Wesen, die Integration in eine Gruppe und die Wertschätzung durch die Gruppenteilnehmenden (gerade in der Therapie, an diesem Ort, an dem wir uns mit unseren Schwierigkeiten zeigen) ist eine ausgesprochen heilsame Erfahrung. In der Gruppe werden zwischenmenschliche Erfahrungen möglich, zwischenmenschliche Bedürfnisse entstehen und die bisherigen interaktionellen Muster können deutlich werden. Dies erleichtert die Erarbeitung des Störungsmodells und gibt Gelegenheit, Alternativen zu den herkömmlichen Verhaltensweisen im geschützten Umfeld der Gruppe zu üben.

 

Zum anderen ist der Einsatz von Gruppentechniken möglich. Unter Gruppentechniken versteht man therapeutische Vorgehensweisen, die auf die Anwesenheit von Gruppenmitgliedern angewiesen sind und daher im Einzelsetting nicht durchführbar sind. Das verhaltenstherapeutische Motto: "Aktion vor Diskussion" lässt sich in Gruppen gut umsetzen. In der Gruppe verlassen wir immer wieder das klassische Gesprächssetting - und damit den Stuhl auf dem wir sitzen - um szenisch zu arbeiten, beispielsweise sind Problemsimulationen zum besseren Problemverständnis möglich (eine triggernde Szene wird kurz gespielt) oder intrapsychische Aufstellungen zur Veränderung des inneren Dialogs werden eingesetzt (die inneren Anteile werden von Gruppenmitgliedern dargestellt). Auch zwischenmenschliche Probleme und deren Lösungsszenen können gespielt werden. Diese Form der therapeutischen Arbeit ist aktivierend und effektiv, denn durch die Wahrnehmung auf verschiedenen Sinneskanälen, entsteht ein hoher therapeutischer Impact.

 

In der Gruppe wird sichtbar, wie ähnlich wir Menschen uns sind (obwohl wir manchmal sehr unterschiedliche Wege wählen). Wenn deutlich wird, dass wir Menschen keinen bestimmten festgeschriebenen „Charakter“ haben, sondern dass wir durch situative Auslöser in verschiedene Zustände geraten können (aber wir sind nicht diese Zustände), ist dies eine sehr entlastende Erfahrung. In der Schematherapie spricht man von verschiedenen Modi. Diese Moduswechsel bei anderen Teilnehmenden zu beobachten und ihre Psycho-Logik zu begreifen, gibt Impulse für den eigenen therapeutischen Weg.

 

Von der Begleitung oder auch Teilnahme am therapeutischen Prozess eines anderen Gruppenmitglieds lässt sich in vielerlei Hinsicht profitieren: wir sind bei uns selbst oft „betriebsblind“ und manche Zusammenhänge werden uns erst durch die Beobachtung des Anderen verdeutlicht. Wir lernen dann „am Modell“ bzw. mit dem Anderen mit. Zu beobachten, wie sich jemand auf den Weg macht und tatsächlich etwas Neues ausprobiert, macht mehr Mut als es ermunternde Worte vermögen.

Und last but not least: das Teilnehmen im Therapieprozess eines Gruppenmitglieds ist emotional tief berührend. Es entsteht ein Empfinden dafür, wie es eigentlich „richtig“ und stimmig wäre, wie Grundbedürfnisse erfüllt werden könnten. Es entsteht ein tröstendes Verständnis für das Gegenüber aber auch für uns selbst.

 

Willst du schnell gehen, geh allein, willst du weit gehen, geh mit anderen.

(Afrikanisches Sprichwort)

 

Für alle Gruppen gilt:

Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

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© Karin Pogade, Anhaltinerstr. 2, 14163 Berlin

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