Was ist kognitive Verhaltenstherapie?

Wir Menschen neigen dazu, aus unseren schmerzhaften Lernerfahrungen situationsübergreifende Grundüberzeugungen abzuleiten.

Wenn wir die Welt jedoch durch unsere „Grundüberzeugungs-Brille“ betrachten, erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, Hinweise für das erneute Zutreffen der alten Überzeugung zu finden. Damit rufen wir im Sinne einer Self-Fullfilling-Prophecy immer wieder gleiche Situationen und gleiches Erleben hervor. Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Grundidee ist, dass unsere Glaubenssätze unsere Gefühle und auch unser Verhalten bestimmen, und dass eine nachhaltige Veränderung unserer Gefühle und Verhaltensweisen nur über veränderte Glaubenssätze erfolgen kann. Im Therapieverlauf geht es darum, problematische wiederkehrende Bewertungen zu identifizieren und die -auf der Basis dieser Bewertungen automatisiert ablaufenden- Handlungsweisen zu stoppen. 

 

„Ich muss ja nicht alles glauben, was ich denke…“

 

Unser problematisches Verhalten dient häufig dem Ziel, eine weitere Verletzung unserer Grundbedürfnisse, weitere Schmerzen und Enttäuschungen zu vermeiden. Man spricht von Vermeidungszielen. Da das Verhalten jedoch in Therapie führt, hat es offenkundig neben diesen „Vermeidungsnutzen“ auch erhebliche Kosten. Die Kosten sind vielfältiger Natur, sie können im zwischenmenschlichen Bereich liegen, aber auch in einer Selbsterschöpfung oder anderem selbstschädigenden Verhalten. Wenn wir unser Verhalten eher auf Vermeidungsziele ausgerichtet haben (etwa keine negativen Gefühle empfinden, keine Zurückweisung erfahren, keine Kritik hervorrufen), ist es in der Therapie von zentraler Bedeutung, wieder sogenannte Annäherungsziele zu entwickeln. Es geht darum, unser Verhalten wieder auf die Erfüllung unserer Kernbedürfnisse auszurichten, wieder an die Möglichkeit einer Grundbedürfnisbefriedigung zu glauben, ihr eine Chance zu geben und nach ihr zu suchen (etwa Nähe herstellen, Anerkennung annehmen, unsere Gefühle zeigen, eigene Entscheidungen treffen…).

 

 „Hoffnung schöpfen und wieder etwas von der Welt wollen…“

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© Karin Pogade, Anhaltinerstr. 2, 14169 Berlin

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